Hörsaal 2.0 – Feedback aus der Masse

Beim gestrigen Fachforum drehte sich alles um TED. Nein, nein, nicht „Technology, Education, Design“, die Ideenkonferenz mit den hunderten von Vorträgen. Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch erinnern:

Das war TED in den 80ern.

TED stand und steht auch immer noch für Tele-Dialog, ein System mit dem man in Echtzeit Abstimmungen vornehmen kann. Im englischen Sprachraum heißt es Audience Response System, kurz ARS, und ich hatte ja schon vor einem halben Jahr kurz über den Einsatz eines solchen Systems in der Vorlesung von Prof. Schindler aus der Chemie berichtet. Dabei handelt es sich auch um den Hauptdarsteller von gestern, nämlich das an der THM entwickelte ARSNova.

ARS werden vor allem in Massenveranstaltungen wichtig, wenn es darum geht, die schlafende Masse zu aktivieren. Dazu gab es zwei informative Vorträge und die Möglichkeit zu regem Austausch über die Möglichkeiten von ARSNova.

Die Technik für diese Systeme hat sich seit den 80ern natürlich ziemlich verändert. Interessanterweise benutzt man aber heute auch wieder Telefone dafür. Naja, gut, Smartphones. Aber telefonieren soll man mit denen ja auch können. Scherz beseite, das Fachforum hat einige Wege aus der Misere der Massenveranstaltungen aufgezeigt, die in den Vorträgen von Prof. Quibeldey-Circel, dem Chef des Entwicklerteams von ARSNova, und von Prof. Schindler thematisiert wurden.

1. Aktivierung

Gekonnt eingesetzt bieten ARS die Möglichkeit der Aktivierung der Studierenden. Die Vorträge von Prof. Quibeldey-Circel und Prof. Schindler zielten auf folgende Einsatzszenarien ab:

  • Abfragen von Vorwissen
  • Stimmungsbild einholen
  • Inhaltliche Fragen, die in den Lehrendenvortrag eingepasst sind
  • Peer Instruction
  • usw.

Prof. Quibeldey-Circel wies vor allem auf das Buch Teaching with Classroom Response Systems: Creating Active Learning Environments von Derek Bruff hin, in dem einige dieser Aktivierungsmethoden detailliert beschrieben worden sind.

Prof. Schindler zeigte dann auch andere Möglichkeiten der Aktivierung im Sinne von einer intensiven Beschäftigung mit den Inhalten durch die Konservierung von Vorlesungen als Videos.

2. Feedback

Auch als Feedback und Evaluationstool eignen sich ARS, da die Stimmabgabe meist anonym ist und die Scheu einer ehrlichen Antwort geringer. Geringer ist aber vielleicht auch die Scheu vor Trolling, es wäre interessant dazu mal eine Erhebung oder vielleicht sogar Doktorarbeit zu bearbeiten. Vor allem, wenn es um die Möglichkeit des Peer Reviews geht.

3. Reduzierung der Präsenzmassen

Sicherlich ist ein Aspekt des Hörsaals 2.0, dass die erdrückende Zahl an Studierenden – erdrückend gilt hier sowohl für die Dozierenden als auch die Studierenden – im Hörsaal reduziert wird. Prof. Schindler ist bereits seit einigen Semestern mit Vorlesungsaufzeichnungen bemüht, die Situation im Hörsaal zu entschärfen. Er zeigte im Rahmen seines Vortrags Ausschnitte aus einer VL-Aufzeichnung, wie sie seiner Meinung nach sein sollte. Er benutzt dazu Boinx TV, das allerdings leider nur für MacOS erhältlich ist. Für den PC gibt es XSplit als Alternative, das auch mehrere Quellen zu einem Video verarbeiten kann und live streamt. Das Video sah sehr beeindruckend aus, fast wie eine professionelle Fernsehproduktion, macht aber laut Herrn Schindler auch viel Arbeit und lässt sich sicher nicht zu allen Themen in dieser Form realisieren.

Interessant war die Veranstaltung vor allem für diejenigen, die sich mit hohen Teilnehmendenzahlen konfrontiert sehen. Das wird in unserem Projekt sicher zunächst nicht der Fall sein. Allerdings kann ich ARSNova für Präsenz

Dass es Nachmittags auch noch einen Teil gab, der sich mit virtualisierten Desktops beschäftigte, soll hier natürlich nicht verschwiegen werden. Es hat Spaß gemacht, Windows 7 auf dem iPad zu starten, man fühlte sich einfach supernerdy (s. Foto). Allerdings muss man auch sagen, dass es noch nicht so stabil lief, weil über einen Account auf VMWare zugegriffen wurde, wenn ich das richtig verstanden habe. Sicherlich wird es erst in naher Zukunft eine größere Rolle spielen.

Windows 7 auf dem iPad über VMWare

Windows 7 auf dem iPad über VMWare

Die Materialien zum Fachforum sind über das Blog von ARSNova abrufbar.

Ein Gedanke zu “Hörsaal 2.0 – Feedback aus der Masse

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