Blended Learning Video – Making Of

Naja, ok… Ein richtiges Making Of ist es nicht. Keine richtige Videounterstützung und so… Aber da mich meine Kollegen gefragt haben, wie der Workflow bei dem Blended Learning Video aus dem vorherigen Blogpost war – natürlich nicht ohne mir vorher bescheinigt zu haben, dass meine sonore Stimme sehr beruhigend (mit anderen Worten: einschläfernd) ist😉 –, dachte ich mir, dass es vielleicht auch für andere interessant wäre, diesen Workflow aufzuschreiben. Das Ganzen ist folgendermaßen von Statten gegangen:

  1. Prezi vorbereiten
  2. Sprechertext schreiben
  3. Sprechertext aufnehmen und Aufnahme bearbeiten
  4. Prezi mit Camtasia aufzeichnen
  5. Videospur an Audiospur anpassen
  6. Callouts einfügen
  7. Video exportieren

Und jetzt nochmal im Detail…

1. Prezi vorbereiten

Prezi Übersicht

Screenshot der Prezi-Übersicht

Ich benutze Prezi häufig, um erst mal Ideen zu einem Thema festzuhalten und dann nach und nach zu erweitern, zu ordnen und mit einem Pfad zu versehen. Irgendwie kommt das meiner Arbeitsweise näher als die Arbeit mit PowerPoint. Allerdings muss man auch sagen, dass die animierten Flüge durch die Texte und Bilder nicht immer optimal sind. Zum Beispiel kann es bei Webinaren mit z.B. Adobe Connect  zu Problemen kommen, weil es ruckelt und doof aussieht.

Wie dem auch sei, in diesem Fall musste es also Prezi sein. Auch wenn das Endergebnis relativ linear aussieht mit drei Hauptthemen und jeweils drei Unterthemen, die in „normalen“ Folien erscheinen, war doch der Weg dorthin relativ unlinear. Ich habe einfach gesammelt, was mit einfiel und nach und nach geordnet und Illustrationen eingefügt. Diese sind zum Teil von mit selbst mit der App Paper für das iPad erstellt (für Ideen für Visualisierungen empfehle ich immer die bikablo-Bücher von Neuland), teilweise aus freien Quellen im Netz bezogen worden. Im Fall des Covers des Buchs von Metzger und Schulmeister habe ich beim Verlag nachgefragt, aber es war kein Problem, die Erlaubnis zu bekommen.

Wenn dann irgendwann alle Elemente am richtigen Platz sind und die Menge stimmt, kann man mit dem Sprechertext für das Video beginnen.

2. Sprechertext schreiben

Natürlich muss man den Vortragstext nicht verschriftlichen. Das kommt ganz darauf an, wie gut man freie Vorträge halten kann. Manche werden sich einfach Stichworte aufschreiben und sich daran entlang hangeln. Andere werden alles genau aufschreiben müssen und dann ablesen. Egal wie man es macht, wichtig ist, dass der Text flüssig und dem Format angemessen vorgetragen wird. Bei dem Format, das ich hier beschreibe, kann man mich nicht sehen (→ Off-Sprecher), deshalb werden Ähs auf der Audiospur viel schneller als störend empfunden, als bei freien Vorträge vor Publikum.

Ich habe einen Text geschrieben, der nicht so formal ist, wie eine Veröffentlichung, aber auch nicht so flapsig, wie man ihn vielleicht vor Publikum vortragen könnte. Kommt natürlich auf das Publikum an… Ich würde den Text vielleicht als semiformal bezeichnen.

3. Sprechertext aufnehmen und schneiden

Die Aufnahme des Textes ist relativ schnell geschehen. Man könnte das Ganze natürlich gleich in Camtasia machen, idealerweise parallel die Prezi-Präsentation als Screencast aufzeichnen und dabei den Sprechertext vorlesen. Wenn man allerdings so multitaskingunfähig ist wie ich, muss man beides separat machen. Und ich habe es so gemacht.

Zoom H2 Handy Recorder

Zoom H2 Handy Recorder

Falls man so etwas zur Hand hat, ist es durchaus sinnvoll, die Audiospur mit einem speziellen Aufnahmegeräte wie z.B. dem Zoom H2-Recorder aufzunehmen. Natürlich geht auch das Laptop-Mikro, wenn der Laptop nicht bei schon bei kleineren Spitzen in der Prozessorbelastung den Lüfter lautstark rotieren lässt, so wie es bei mir der Fall ist. Ich habe also den Recorder benutzt und den gesamten Text in einem Rutsch aufgenommen. Natürlich verspricht man sich da mal und natürlich platzen die Kollegen gerne mal ins Büro während der Aufnahme (ein Schild an der Tür ist da hilfreich), das macht aber nichts. Es gibt viele Tools, mit denen man die Audiospur im nachhinein schneiden und verbessern kann. In diesem Fall habe ich Adobe Audition benutzt, aber die gleichen Ergebnisse erhält man auch mit dem sehr guten, kostenlosen Audacity.

Ich habe zunächst das Rauschen beseitig mit der Funktion „Effekte > Rauschminderung/Wiederherstellung > Rauschminderung (Prozess)“, bei der man sich vorher ein leises Stück sucht, um das Rauschmuster der Aufnahme festzuhalten (s. Bild). Das Ergebnis ist hervorragend. Wenn das Rauschen weg ist, hört man beim anschließenden Schneiden die Übergänge überhaupt nicht mehr.

Rauschen unterdrücken Audition

Rauschen unterdrücken in Audition


4. Prezi mit Camtasia aufzeichnen

Als nächstes habe ich die Prezi als Screencast mit TechSmith Camtasia aufgenommen. Idealerweise nimmt man dabei die Vollbild-Version der Prezi-Präsentation auf, auch wenn das Video, das ich dann produziert habe, am Ende eine Auflösung von 720p hat. Der Screenshot zeigt das anders, damit man das Recorder-Werkzeug besser sehen kann.

Camtasia Recorder Screenshot

Camtasia Recorder Screenshot

Ich habe hier nicht auf die Zeit geachtet, sondern die Prezi einfach durchgeklickt. Dabei habe ich bei jeder Station etwa eine Sekunde gewartet, bevor ich zur nächsten gesprungen bin. Die Anpassung der Videospur an die Audiospur geschieht dann im Camtasia-Editor. Alternativ kann man sich das aber auch sparen, wenn man die Audiospur zum Beispiel im VLC-Player abspielt und dann „live“ durch die Prezi klickt. Das nachträgliche Anpassen finde ich präziser. Es dauert aber wesentlich länger.

Achtung: Man sollte im Camtasia-Recorder jeglichen Audioinput deaktivieren.

5. Videospur an Audiospur anpassen

Egal wie man es macht, es ist auf jeden Fall ein riesen Vorteil für Multitaskingunfähige, denn man muss sich nicht auf zwei Dinge konzentrieren. Die nachträgliche Bearbeitung des kürzeren Videos erfordert die Verlängerung um Standbilder an bestimmten Stellen. Die Bearbeitung im Camtasia-Editor-Fenster gestaltet sich relativ einfach:

Schritt 1: Vorschau laufen lassen bis zu dem Zeitpunkt in der Audiospur, an dem es weitergehen soll, Zeit merken

Schritt 2: Vorschau zurückspulen bis zu dem Frame, an dem man das Bild einfrieren möchte, Zeitunterschied berechnen

Schritt 3: Rechtsklick an der Position des Schiebereglers in der Timeline, „Frame erweitern“ auwählen

Camtasia: Frame erweitern

Camtasia: Frame erweitern

Schritt 4: in Schritt 2 berechnete Zeit eintragen

Ich bin mir bewusst, dass es mit der oben angesprochenen Live-Variante wesentlich schneller geht. Aber wenn man es punktgenau braucht, sind die Schritte 1-4 die bessere Methode.

6. Callouts einfügen

Da ich keinen Laserpointer oder meinen Finger benutzen konnte, habe ich dann noch sogenannte Callouts eingefügt, mit denen man in Camtasia Bereich hervorheben kann. Im vorliegenden Fall waren das gezeichnete und animierte Callouts (1. im Screenshot), die an die jeweilige Stelle in der Vorschau links oben geschoben werden (2.) und dann von der Dauer in der Timeline angepasst werden (3.).

Callouts Screenshot

Callouts Screenshot


7. Video exportieren

Zu den einzelnen Möglichkeiten, Videos aus Camtasia zu exportieren, könnte man einen weiteren Artikel schreiben. Da es da aber andere Experten gibt, möchte ich nur erwähnen, dass ich hier nur das Video ausgeben habe, ohne Player. Bei der Bitrate für das Video kann man gut reduzieren, denn bis auf die kurzen Animationssequenzen in Prezi gibt es ja kaum Bewegung im Bild.

Das .mp4-Video gibt es auf YouTube oder Vimeo zu sehen. Viel Spaß!

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