Medienkompetenz, Zweite Präsenzphase

Die zweite Präsenzphase des Kurses „Medienkompetenz von Lehrkräften und pädagogischem Personal“ steht im Zeichen von Werkzeugen. Dabei spielen unterschiedliche Dimensionen und Perspektiven eine Rolle, die ich versuchen möchte einzeln aufzuführen.

Konsument vs. Produzent

Digitale Medien können sowohl aus einer Haltung des Konsums als auch als produktive Chance betrachtet werden und beide Perspektiven haben ihre Berechtigung. Wieso sollte man als Lehrkraft das Rad neu erfinden, wenn es zu einem Thema bereits hervorragende Produkte gibt? Gleichzeitig denkt man jedoch an die Bloomsche Taxonomie und daran, dass das Produzieren von Inhalten wertvoller sein kann als das reine Konsumieren. Aber dabei sieht man ja bereits, dass hier zwei verschiedene Ebenen vermischt werden. Im ersten Fall geht es um die Vermittlung von Inhalten und der logistischen Organisation derselben. Im zweiten geht es um den Lernprozess und die eigenständige Aneignung von Wissen und Kompetenzen. Mein Argument dazu ist, dass auf den jeweiligen Ebenen beide Haltungen wie gesagt ihre Berechtigung haben.

Eigene Kompetenzen vs. Vermittlung von Kompetenzen

Gleichzeitig geht es um eine Schärfung der eigenen Kompetenzen, was Medien im Unterricht und bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anbelangt und auch die Vermittlung solcher – dann allerdings für die Kinder und Jugendlichen angepassten – Kompetenzen. Das eine geht nicht ohne das andere. Der Anlass für eine tiefgehende Beschäftigung mit Medien wird benötigt, um das eigene Kompetenzprofil zu schärfen. Ein gut herausgearbeitetes Profil wird dann benötigt, um die Vermittlung von medienpädagogischen Themengebieten durch die Benutzung von Medien leisten zu können. Also haben wir auch hier wieder eine Doppelung.

Technik und Didaktik vs. Didaktik und Technik

Die Frage danach, was zuerst war, Henne oder Ei, ist nicht die richtige. Die Frage sollte eher danach gestellt werden, ob die Didaktik die Technik beherrschen sollte oder umgekehrt. Oder ist es so, das man auch das nicht hinreichend beantworten kann. Mein Kollege Frank Waldschmidt-Dietz argumentierte im persönlichen Gespräch einmal, das man ja die technischen Errungenschaften erst einmal braucht, um sich dazu didaktische Szenarien einfallen zu lassen. Sicherlich ist der Themenbereich „Lernen mit digitalen Medien“ kein spezieller, denn gewisse Metakompetenzen brauchte man schon immer um lernen zu können. Das ist hinreichend durchdiskutiert. Es sind lediglich noch ein paar wichtige Kompetenzen dazu gekommen, wie z.B. kritisch mit den gefundenen Quellen umgehen usw. Eindeutig kann die Frage nach dem Primat einer der beiden Komponenten also nicht beantwortet werden und das wird sich in Zukunft nur noch schwieriger gestalten.

Konzepte und Strategien

Ein letzter Aspekt in dieser Präsenzphase ist dann noch die Selbstorganisation. Wie kann ich mir Konzepte und Strategien zurecht legen, die Fülle an Möglichkeiten für meine Arbeit zu ordnen? Welche Herangehensweisen habe ich, Schwierigkeiten auszuschließen und Potentiale zu nutzen? Und wie vermittle ich diese Selbstorganisationsstrategien an meine Schülerinnen und Schüler?

Ich hoffe, dass die Teilnehmenden einige Antworten auf diese Fragen für sich selbst finden können.

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