Mein Vortrag beim #icmchat

Am nächsten Montag, dem 14. März werde ich beim #icmchat der FU Berlin einen Impulsvortrag zum Thema „Das ICM als Modell für die praxisnahe Ausbildung im Lehramt“. Zwar geht es da um ein Konzept, was nun schon ein wenig angestaubt ist, wenn man bedenkt, was sich in vier Jahren so alles im digitalen Bereich getan hat. Das sieht man unter anderem an dem Titel des Moduls im Studiengang Lehramt Englisch an der Philipps-Universität Marburg: „New Media in Foreign Language Education“. In den letzten vier Jahren hat es eine Entwicklung dahingehend gegeben, dass das „Neue“ bei den Neuen Medien gar nicht mehr so neu ist, sondern Einzug in jeden noch so kleinen Bereich unseres Lebens gehalten hat, Schlagworte: Überwachung, Internet of Things, Quantified Self, Digitalisierung der Gesellschaft.

Wie dem auch sei, ich werde am Montag ein Konzept vorstellen, was in der Praxis der Lehramtsausbildung und des konkreten Unterrichts an Schulen dann hoffentlich doch noch nicht so angestaubt ist. Speziell im Englischunterricht bietet die Digitalisierung eine große Bandbreite an Möglichkeiten, die genutzt werden sollten. Auch hier nur einige Schlagworte, die zum Teil gar nicht in meinem Vortrag vorkommen werden, sondern nur Anregung zum Nachdenken und Ausprobieren sein sollen: digitale Tandems mit Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern, WhatsApp-Gruppen, Audience Response Systems, Sprachausgabe und Spracherkennung, Apps zum Sprachenlernen, Lernvideos, usw.

Als Teaser für den Vortrag stelle ich hier schon mal die Folien zur Verfügung, aber Achtung! SPOILER ALERT! 😉

Und hier auch noch mal als PDF, weil es einfach schöner aussieht als bei SlideShare…

[UPDATE, 1. April 2016]

Die Vortragsaufzeichnung ist nun im Blog des #icmchat verfügbar.

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Artikel „Qualitätskriterien für Lernvideos“

Aus einem Vortrag, den ich letztes Jahr beim Lehr-Lern-Kolloquium in Marburg gehalten habe und den Eindrücken der letzten ICM-Konferenz, hatte ich einen Artikel zusammengedampft, der jetzt im Tagungsband der ICM 2015 erschienen ist. Erhältlich ist das Buch beim Tectum Verlag. Damit man einen Eindruck bekommt, worum es in dem Artikel geht, zitiere ich unten das Abstract.

Lernvideos haben weite Bereiche der Lehre in Schule, Hochschule und Berufsbildung durchdrungen. Die Erstellung und Verbreitung von Videos ist um einiges einfacher als noch vor 10 Jahren. Dementsprechend können Lehrende Lernvideos selbst produzieren und ihren Lernenden zur Verfügung stellen.

Der Artikel hat zum Ziel eine Lücke zu schließen, in dem er untersucht, welche Qualitätskriterien für Lernvideos erstellt werden können. Dazu zieht er zwei Disziplinen heran, die auf den ersten Blick nur am Rande etwas mit Mediendidaktik zu tun haben: die Filmtheorie und die Gestaltungslehre. Zunächst wird eine Kategorisierung von Lernvideos vorgenommen. Daraufhin wird mithilfe von bestimmten Aspekten aus der Filmtheorie und der Gestaltungslehre eine Liste von Qualitätskriterien für Lernvideos erstellt und die Bedeutung der einzelnen Kriterien speziell für Lernvideos erläutert.

ICM – Es geht immer noch ein bisschen mehr…

Die dritte Konferenz zum Thema „Inverted Classroom Model“ fand am 26. Februar an meiner alten Wirkungsstätte in Marburg statt. Beim ersten Durchgang war ich noch selbst bei der Organisation beteiligt, beim zweiten immerhin noch mit einem Workshop dabei, nun aber habe ich eher „passiv“ teilgenommen. War auch mal ganz schön, denn die Konferenz war hervorragend organisiert und von Inhalt und Ablauf sehr gut. Ich will versuchen, die Gedanken zu ordnen, die ich während der Vorträge und Workshops aufgeschrieben habe. Vielleicht kommt ja ein brauchbarer Blogartikel dabei heraus.

Tenor der Konferenz war so ein bisschen, dass es immer noch ein paar Stellschrauben gibt, mit denen man die Umsetzung des Konzepts verbessern kann. Neue Möglichkeiten kommen hinzu, Erfahrungen werden gemacht und all dass mündet in einer Verfeinerung, die hier und da schon sehr beeindruckend ist aus meiner Sicht. Wichtig dabei ist, dass man als Lehrende(r) nicht stehen bleibt, so wie es früher öfter der Fall war. Die Studierenden ändern sich, die Möglichkeiten ändern sich und die Inhalte ändern sich natürlich auch. Da kann man sich leider nicht zurücklehnen, aber ich denke, dass diejenigen, die gerne lehren, sich auch gar nicht zurücklehnen wollen.

Eröffnet wurde der Konferenztag von Prof. Handke, mein ehemaliger Chef und frisch gebackener Zweiter des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre. Er ging dabei auf die Tatsache ein, dass es für ein Phänomen zwei Bezeichnungen gibt: Flipped Classroom und Inverted Classroom. Der Vorschlag war, den Begriff Flipped Classroom für den Schulbereich zu benutzen, während Inverted Classroom eher für den Hochschulbereich reserviert sein sollte. Das zweitere hört sich ja auch ein bisschen seriöser und wenig verspielt an. Eine Zusammenfassung hat Prof. Handke auf YouTube bereitgestellt. Dennoch ist ein Konzept gemeint, das vor allem die Präsenzphasen freischaufeln kann für Aktivitäten, die früher nicht oder nur begrenzt möglich waren.

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Das ICM als Einstiegsdroge für eine neue Lern- und Lehrkultur

Inverted Classroom LogoNaja, ok… Ich gebe zu, dass die Überschrift etwas plakativ ist. Sie greift aber ein Fazit auf, das Karlheinz Pape vor geraumer Zeit beim Abschluss der ICM-Tagung in Marburg gezogen hat. Pape sagte sinngemäß, dass für ihn die Erkenntnis aus der Tagung ist, dass das ICM einen Übergang zu einer neuen Lern- und Lehrkultur darstellt, die sich in den nächsten Jahren in allen Bereichen der Bildung durchsetzen wird. Dementsprechend wurde von anderer Seite auch vorgeschlagen, dass die Tagung vielleicht noch im nächsten Jahr Inverted Classroom heißen kann, dann aber anders betitelt werden sollte, da man nicht immer nur Camtasia lernen könne. Das ist sicherlich überspitzt formuliert, aber weist auf einen wichtigen Faktor im Bildungsbereich hin: Man muss sich weiterentwickeln können.

Für mich war auch noch ein anderer Aspekt der Tagung enorm bedeutend, auch wenn ich den vielleicht in diesem Artikel nicht ganz zu Ende denken kann – obwohl ich nun wirklich einige Zeit hatte das zu tun. Ich bin mir auch nicht sicher, ob dieser Aspekt nicht schon Thema längerer Abhandlung ist. Es geht um die – man muss fast schon sagen: krasse – Diskrepanz zwischen Schuldidaktik und Hochschuldidaktik. Vielleicht sollte man das auch unter dem Schlagwort „Weiterentwicklung“ ablegen, die Frage ist nur, was sich weiterentwickeln muss und ich versuche mich hier mal in einer Antwort.

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Hörsaal 2.0 – Feedback aus der Masse

Beim gestrigen Fachforum drehte sich alles um TED. Nein, nein, nicht „Technology, Education, Design“, die Ideenkonferenz mit den hunderten von Vorträgen. Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch erinnern:

Das war TED in den 80ern.

TED stand und steht auch immer noch für Tele-Dialog, ein System mit dem man in Echtzeit Abstimmungen vornehmen kann. Im englischen Sprachraum heißt es Audience Response System, kurz ARS, und ich hatte ja schon vor einem halben Jahr kurz über den Einsatz eines solchen Systems in der Vorlesung von Prof. Schindler aus der Chemie berichtet. Dabei handelt es sich auch um den Hauptdarsteller von gestern, nämlich das an der THM entwickelte ARSNova.

ARS werden vor allem in Massenveranstaltungen wichtig, wenn es darum geht, die schlafende Masse zu aktivieren. Dazu gab es zwei informative Vorträge und die Möglichkeit zu regem Austausch über die Möglichkeiten von ARSNova.

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Das ICM als Modell für die praxisnahe Ausbildung im Lehramt

Das Inverted Classroom ModelDieser Text ist ein Auszug aus meinem Artikel für den von Jürgen Handke und mir herausgegebenen Band „Das Inverted Classroom Model: Begleitband zur ersten deutschen ICM-Konferenz“, der im Oldenbourg Verlag erschienen ist. Weitere Informationen zum Buch finden Sie auf den Seiten des Oldenbourg Verlags.

Abstract

An der Philipps-Universität Marburg wird im Lehramtsstudium Englisch ein Modul zu den Neuen Medien im Unterricht angeboten. Darin nutzt eine Übung zur Medienproduktion die Vorteile des Inverted Classroom Models, um die praktische Arbeit der Gestaltung von multimedialen Unterrichtsmaterialien mit vorgeschalteten theoretischen Online-Lerneinheiten zu fundieren. Der vorliegende Beitrag zum ICM-Tagungsband beschreibt die Kursstruktur und gibt einen Bericht, welche Erfahrungen mit dieser Struktur gesammelt werden konnten.

Ausgangssituation: Neue Medien im Fremdsprachenunterricht

Das Internet bildet für Fremdsprachenlehrkräfte eine unerschöpfliche Quelle an Möglichkeiten. Von fremdsprachlichen Tageszeitungen über umfassende Wörterbücher bis hin zu Kommunikationsmöglichkeiten mit Muttersprachlern reicht eine Palette, die den Unterricht erweitern und auch die Vermittlung von Sprachkompetenz qualitativ verbessern kann. Eine Reihe von Publikationen beschreibt die Vorteile, die das Internet für das Fremdsprachenlernen mit sich bringt (vgl. Klippel et al. 2007, Kranz/Tiedemann 2000, Legutke et al. 2003, Schäfer 2009). Die Überlegungen, die weitgreifenden Veränderungen in der Fremdsprachendidaktik, die die angesprochenen Möglichkeiten mit sich bringen, in die Englischlehrerausbildung an der Philipps-Universität Marburg einfließen zu lassen, mündeten in der Entscheidung ein eigenes Modul zu erstellen. Das Modul „Neue Medien im Fremdsprachenunterricht“ (NMFS) in Lehramtsstudiengang Englisch umfasst das Proseminar „New Media in Foreign Language Education“ (NMFLE) und die Übung „Medienproduktion“ (MP). Während sich das Proseminar eher mit den theoretischen Aspekten des Einflusses der Neuen Medien auf die Fremdsprachendidaktik im Fach Englisch beschäftigt, zielt die Übung auf einen praktischen Ansatz: Wie können die Möglichkeiten des Internet effizient und gewinnbringend im Unterricht eingesetzt werden und welche Werkzeuge eignen sich für welche Aufgabe?

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Nachlese zum Fachforum „Leichter als gedacht?!“

Fachforum "Leichter als gedacht"Gestern Nachmittag fand an der Uni Gießen ein Fachforum mit dem Titel „Leichter als gedacht?! – E-Learning-Beispiele aus den Sprach- und Literaturwissenschaften“ statt. Das „Leichter als gedacht?!“ weißt natürlich auf ein Missverständnis hin, das E-Learning seit Anbeginn anhaftet: Dass es mit enormen Aufwand verbunden sei, Lösungen mit Hilfe von E-Learning-Einsatz umzusetzen. Natürlich ist es aufwändig, komplexe Kursinhalte in didaktische sinnvolle E-Learning-Szenarien zu überführen. Die langsame „Infiltrierung“ der eigenen Lehre durch E-Learning ist jedoch mit nicht mehr Aufwand verbunden als das Erstellen eines Dokuments mit Word oder einer Präsentation mit PowerPoint. Im Gegenteil: Gängige E-Learning-Tools funktionieren ähnlich wie Office-Produkte, da die Hersteller dieser Programme frühzeitig erkannt haben, dass Lehrende keine Zeit haben, sich mit den Finessen von Flash oder neuerdings auch HTML5 auseinander zu setzen.

Das Fachforum thematisierte das oben angesprochene Missverständnis aus verschiedenen Perspektiven und „knöpfte“ sich dazu einen Lehrbereich vor, der nicht unbedingt durchgängig als E-Learning-affin gilt (Ausnahmen bestätigen die Regel).

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