Medienkompetenz, Dritte Präsenzphase

In Zentrum der dritten Präsenzphase stand die Vermittlung von Medienkompetenz an Schülerinnen und Schüler. Dazu habe ich die fast schon philosophischen Fragen von Doelker (2001, zitiert nach Süss, Lampert, Wijnen – Medienpädagogik, 2013, S. 127) zum Rahmen machen wollen. Es ging mir darum, den Fragen die diversen Aspekte der Medienauswahl und Medienkompetenzvermittlung zuzuordnen.

Was ist gut?

Diese Frage zielt darauf ab, ob ich die Materialien, Medien und Methoden, die ich finde, so gut bewerte, dass ich sie ohne Weiteres im Unterricht einsetzen kann. Darüber hinaus gibt es aber noch eine weitere Dimension, nämlich die der Wirksamkeit. Dazu wurden die Studierenden aufgefordert, den Text „Was macht digitale Medien im Unterricht wirksam?“ von Bardo Herzig zu lesen und mit einem Audience Response System Fragen zu beantworten. Diese Auswahlkompetenz und die Wirksamkeit sollten an die Schülerinnen und Schüler weitervermittelt werden.

Was ist schön?

Diese Frage bietet wahrscheinlich den Raum für die meisten Missverständnisse. Muss denn ein Material, dass man zur Verfügung stellt, unbedingt auch noch schön gemacht werden? Es tut mir Leid, aber das ist so mein Lieblingsthema. Es geht hier eher darum, dass Lehrmaterialien gut gestaltet werden, damit ihre Nutzung möglichst effektiv sein kann. Sie sollen also stimmig, verständlich, strukturiert und klar sein. Lernende sollen ohne große Probleme zum Inhalt vordringen können, ohne dass eine umständliche Struktur, eine unintuitive Navigation oder ein chaotisches Layout den Weg erschweren. Stimmigkeit und Verständlichkeit beziehen sich hier sowohl auf den Inhalt als auch auf das Aussehen. In einem kurzen Vortrag habe ich dazu noch einmal ein paar wichtige Dinge angesprochen.

Was ist wahr?

Natürlich sind die Inhalte bei Lernmaterialien die wichtigste Komponente. Sie müssen gültig und fundiert, also mit einem anderen Wort wahr sein. Dass das Wort „wahr“ etwas problematisch ist, versteht sich wahrscheinlich von selbst. Dennoch passt es besser in die Frage, die Doelker formuliert hat. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang auch noch darauf hinweisen, dass für mich noch ein weiterer Aspekt in dieser Frage angesprochen wird: Die problematische Seite des Web. Auch Cybermobbing, Phishing usw. haben etwas mit der Wahrheit zu tun und wurden daher in diesem Abschnitt mit angesprochen.

Was ist wichtig?

Das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen scheint mittlerweile die wichtigste Aufgabe zu sein, wenn man sich im Web bewegt. Gleichzeitig ist es eine Aufgabe, die immer schwieriger wird und für die man immer mehr Kompetenzen entwickeln muss. Daher ist die Frage nach der Relevanz von Ressourcen und der Begründbarkeit ihrer Auswahl ein zentrales Thema für einen Kurs über Medienkompetenz.

Der Ablauf war nicht ganz an den Fragen entlang geordnet. Die Themen nahmen in der Präsenzphase dann diese Reihenfolge ein:

  1. Besprechung des Textes „Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?“ von Bardo Herzig
  2. Recherche mit digitalen Medien, Recherchieren von digitalen Medien
  3. Die dunkle Seite des Web
  4. Gestaltung und Nutzung von Lernmaterialien
  5. Entwurf eines Lehrprojekt mit digitalen Medien

Fachforum „E-Learning in der wissenschaftlichen Weiterbildung“ am 24. Juni 2014

Logo des Fachforums 2014

Am 24. Juni wird es bei uns im HRZ der Justus-Liebig-Universität Gießen ein Fachforum zum Thema „E-Learning in der wissenschaftlichen Weiterbildung“ geben. Dazu haben die Koordinationsstelle Multimedia (KOMM) und das Projekt „WM³ Weiterbildung Mittelhessen“ Akteur_innen der hessischen Hochschulen zu Vorträgen eingeladen. Neben den Angeboten aus dem Projekt WM³ werden auch weitere Studienangebote vorgestellt, die teilweise komplett online abgewickelt werden.

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Rückblick auf das Fachforum „E-Learning in der Lehrerbildung“

Das diesjährige Fachforum an der JLU Gießen stand unter dem Motto „E-Learning in der Lehrerbildung“ und bot einen ausgewogenen (ich darf das so sagen, ich hab’s nicht zusammengestellt 😉 ) Querschnitt an Vorträgen zu Aktivitäten in den drei Phasen der Lehrerbildung: Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung. Das Fachforum war in drei Blöcke geteilt. Der erste Block beschäftigte sich mit E-Learning in der Lehramtsausbildung an der JLU, der zweite bestand aus einer Postersession und bot Projekten aus ganz Hessen die Möglichkeit sich vorzustellen und der dritte Block bot verschiedene Blickwinkel auf das Thema E-Learning in der Schule.

Update: Die Dokumentation des Fachforums ist unter http://www.uni-giessen.de/cms/ff2013 verfügbar.

Fachforum Publikum

Foto: Sabine Scheele

In seiner Begrüßung betonte der Vizepräsident für Studium und Lehre der Justus-Liebig-Universität Gießen Prof. Dr. Adriaan Dorresteijn die Vorteile von E-Learning in der Lehramtsausbildung, die er aus eigener Erfahrung als Biologe kannte. Er warf außerdem einige Fragen auf, die später in den Vorträgen wieder aufgegriffen wurden: Wie können Lehrkräfte E-Learning in ihrem Unterricht einsetzen? Steigert man durch E-Learning die Motivation der Schülerinnen und Schüler? Wieviel Medienkompetenz sollten die Lehrkräfte besitzen?

Ralf Frenger stellte daraufhin das Programm vor und verwies auf die Tatsache, dass die Vorträge und die Postersession lediglich einen Querschnitt der Aktivitäten auf dem vom Fachforum angesprochenen Gebiet zeigen könnte. Wichtig sei aber auf jeden Fall, dass bei dem Einsatz von E-Learning immer ein Mehrwert gegenüber traditionellen Formen des Unterrichtens vorhanden sein sollte. Als Einstieg in die Vorträge zeigte er folgendes Interview mit Prof. Dr. Aufenanger von der Uni Mainz, der darin die Förderung der Medienkompetenz von Lehrkräften fordert.

Interview mit Prof. Dr. Aufenanger auf der didacta 2013

Interessant an diesem Interview ist aus meiner Sicht vor allem, dass wir uns wohl immer noch mit den gleichen Fragen wie vor zehn Jahren beschäftigen. Aber das habe ich hier ja schon öfter geschrieben. Wundern tut’s mich jedenfalls nicht mehr.

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Forum „Umsetzung in der beruflichen Weiterbildung“ bei der ICM2013

Bei der diesjährigen Inverted Classroom Konferenz in Marburg, die am 26./27. 2. stattfindet, werde ich am Mittwoch ein Forum bzw. einen Workshop bzw. beides bzw. so was ähnlich leiten, der sich mit der Umsetzung des Inverted Classroom Modells oder des Flipped Classrooms in Weiterbildungsangeboten beschäftigt. Im Rahmen meiner Tätigkeit im Projekt „WM³ Weiterbildung Mittelhessen“ berate ich Studienangebotsentwickler im Bereich E-Learning. Es passte ganz hervorragend, dass das Team „Pädagogik der Kindheit“ um Prof. Neuss hier an der JLU von sich aus ein flipped Konzept ausgearbeitet hat, dass ich nun in einem kurzen Impulsvortrag im Forum vorstellen kann.

Die Folien dazu habe ich auf SlideShare.net bereitgestellt und binde sie hier ein. Leider habe ich es nicht geschafft, den ICM-Ansatz auch für mein Forum voll durchzuziehen, daher müssen ganz profane PowerPoint-Folien reichen. Ich verspreche aber, dass die Teilnehmenden an meinem Forum selbst tätig werden und hoffe, dass es einige anregenden Diskussionen geben wird.

Was ich so den ganzen Tag mache…

Wenn man im E-Learning-Bereich arbeitet, wird man immer wieder mit Leuten konfrontiert, die sich nicht besonders präzise vorstellen können, was man eigentlich so den ganzen Tag macht. Ist ja auch teilweise so’n bisschen abstrakt, aber eigentlich dann doch auch wieder nicht. Letzten Freitag hatten wir ein Gesamttreffen des Projekts „WM³ Weiterbildung Mittelhessen“ bei dem jede AG ihren Stand der Dinge vorstellen sollte. So auch die AG E-Learning. Ich habe dazu eine Präsentation auf Slideshare veröffentlicht, die ich hier mal einbette. Sicherlich werden viele Dinge trotzdem noch unklar bleiben, aber persönliches Nachfragen hilft manchmal. 😉

Neue Aufgaben

Seit heute bin ich nicht mehr in Diensten meiner Alma Mater, sondern ein paar Kilometer weiter zur nächsten Uni gerückt. Ich habe die Aufgabe eines E-Learning-Beraters am Hochschulrechenzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das heißt, dass sich meine Blogthemen wahrscheinlich auch leicht verändern werden. Mein Schwerpunkt wird sich auf Weiterbildung verschieben, allerdings ist das etwas, das ich ja bei den Weiterbildungskursen des Virtuellen Zentrums für Lehrerbildung schon gemacht habe.

Ich freue mich auf jeden Fall auf eine neue Herausforderung. Demnächst mehr auf diesem Kanal.